Sonntag, 18. Februar 2018
Lazy Sunday

Bates Motel

Tja, so einen Parkplatz wie Norma Bates hätte ich wohl auch ganz gerne. Auch das Auto finde ich nicht schlecht. Mir hat überhaupt die ganze Serie Bates Motel sehr gut gefallen, in jeder Hinsicht.

Bates Motel

Die ersten vier Staffeln, also 40 Folgen, habe ich mir grösstenteils in schlaflosen Nächten auf Netflix reingezogen. Die fünfte Staffel will ich mir dann demnächst noch bei Amazon leisten.

Sonntagmorgen aus dem Fenster geschaut

Als ich heute Morgen aus dem Fenster schaute, sah ich auf meinem Auto nur noch einen kleinen Schneefleck auf dem Dach. Es hatte gestern Abend und in der vergangenen Nacht bissle geschneit. Ich hab zwar eine Garage hinterm Haus, aber vor dem Haus bessere Aussicht.

Das Wetter war ja nicht sehr einladend heute, und so verbrachten wir den Sonntag daheim.

Zum Mittagessen gab es Chili con carne. Danach legte Lilli sich ein bisschen hin und ich chattete mit zwei Bloggerkollegen.

Ich begann dann, mir den Film Kästner und der kleine Dienstag anzusehen, den ich vor einiger Zeit mal aufgezeichnet hatte. Er hat mich gleich von Anfang an fasziniert, nicht nur weil es um Erich Kästner ging und weil in dem Film aus dem Berlin der Dreissigerjahre so schöne Oldtimer zu sehen sind, sondern überhaupt, wegen Emil und die Detektive und so. Ich musste sofort paar Screenshots machen.

Bei Katharina Lorenz gibt's die Süssspeise "Errötendes Mädchen"
Bei Katharina Lorenz gibt's die Süssspeise "Errötendes Mädchen"

Die Geschichten liegen auf der Strasse, meint Erich Kästner
"Die Geschichten liegen auf der Strasse", meint Erich Kästner.

Nach dem sonntäglichen Kaffee und Kuchen schauten wir uns dann gemeinsam alte Folgen von "Achtung Kontrolle" an. Leider nicke ich dabei manchmal ganz kurz ein. Aber wirklich immer nur ganz kurz.

tvschlaf2

Den Tatort, der ein festes Ritual bei uns ist, sahen wir dann wieder von getrennten Plätzen aus auf dem großen Fernseher. Ich sass am Schreibtisch und hatte ständig eine gute Aussicht. Entweder auf den Krimi oder auf meine Frau.

lilli

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Donnerstag, 15. Februar 2018
Krea-Tief

Krea-tief

Heute Nachmittag fuhr ich in Weil am Rhein an einem Laden vorbei, von dem ich auf die Schnelle nicht erkennen konnte, ob das nun ein Restaurant oder ein Friseurgeschäft ist. Normalerweise erkennt man letztere ja oft an den originellen, sozusagen "haarsträubenden" Namen, die sie sich geben.

Crea'tif Coiffure

Das geht von Haarmonie oder Haarspalterei über CHaarisma und AtmosfHair bis zu VorHair und NachHair. Ganze Internetseiten beschäftigen sich damit.

https://www.buzzfeed.com/nscholz/friseurnamen?

Genauere Recherchen meinerseits ergaben nun aber, dass es sich hier tatsächlich um ein Restaurant handelt. Dürfen die sich überhaupt so nennen? Créa'tif war mir bisher nur als eine Art Markenzeichen zahlreicher Friseurgeschäfte in Frankreich bekannt.

CREA-TIF

Das französische Wortspiel steht mit der ersten Hälfte natürlich für Kreativität und mit der zweiten für einen umgangssprachlichen Ausdruck für Haare.

Creatif

Les tifs sind die Haare oder der Schopf. Ein Coupe-tif ist im Volksmund ein Fransenschneider.

Restotif

Nicht dass sich mal jemand in den falschen Laden verirrt und womöglich nach Tischen und Speisekarten sucht, wo es keine gibt. Und dann schnell die Flucht ergreift, bevor es ihm an die Mähne geht.

KOMMHAIR

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Montag, 12. Februar 2018
Dies und das

Und dann beschäftigte mich eine Frage so sehr, dass ich mal wieder nicht einschlafen konnte. Ich wälzte mich hin und her, um nicht zu sagen "ging im Bett auf und ab", bis ich mich entschloss, auch die niederländische Originalversion von "Het Bureau" als Kindle-Version herunterzuladen.

Ich wollte nämlich unbedingt wissen, wie die Passage, in der vom Unterschied zwischen das und dass die Rede ist, im niederländischen Originaltext lautet. Denn "dat en dat" konnte es ja nicht sein.

Sie lautete: "dat ik het een heel prettig denkbeeld vindt, dat je je 31ste verjaardag op ons Bureau zult vieren." ("das es für mich eine sehr angenehme Vorstellung ist, das du deinen 31. Geburtstag in unserem Büro feiern wirst.")

Der Übersetzer musste also das tun, was ein guter Übersetzer tun muss. Er musste etwas anderes (er)finden. Er musste eine andere "Problematik" finden, die nicht übersetzbare Stelle hinter sich lassen und eine neue erschaffen.

Tatsächlich hieß es im Original, dass der meneer Beerta etwas findet ("vindt"). Anscheinend passiert es vielen Niederländern, dass sie "vind" fälschlicherweise mit dt am Ende schreiben. ""Hij schrijft vindt met dee-tee," zei Nicolien..." (Er schreibt vindt mit de-te" sagte Nicolien...)

Und so erfand der Übersetzer Gerd Busse die Geschichte mit dem Unterschied zwischen das und dass.

Man meint ja oft, dass ein Übersetzer möglichst mehrere Fremdsprachen perfekt beherrschen muss, um gute Arbeit leisten zu können. Dabei sind die Fremdsprachen eigentlich zweitrangig, denn man kann ja jedes Wort im Wörterbuch nachsehen.

Natürlich ist es von Vorteil, wenn man nicht zu oft zum Lexikon greifen muss, weil man sonst nicht vorankommt. Man wird ja nach Zeilen und nicht nach Stunden bezahlt.

Das wichtigste für den Übersetzer ist, dass er seine Muttersprache, in die er immer übersetzen sollte, so gut beherrscht, dass er druckreifen Text liefern kann. Und er muss stilsicher und kreativ sein, um solche "das und dass"-Probleme elegant zu lösen.

Im Radio hörte ich jetzt öfter von der Eröffnung der Olympischen Spiele berichten, wo mal vom Einlauf und mal vom Einmarsch der Sportler ins Stadion die Rede war. Ich bin mir nicht ganz sicher, welches Wort dafür am besten verwendet wird, und schrieb daher meine diesbezügliche Frage spasseshalber mal in das Plauderei-Forum von "wer-weiss-was".

Ich erhielt mehrere launige und zum größten Teil humoristische Antworten, die ich meiner geschätzten Leserschaft nicht vorenthalten möchte.
http://www.wer-weiss-was.de/t/einlauf-oder-durchmarsch/9427623

Letztere, meine geschätzten Follower und Kultbuchleser/innen, haben sich heute um eine Bloggerin erweitert, die sich ebenfalls gerne mit Fragen der Sprache und des Übersetzens beschäftigt.
https://natescriminalmind.wordpress.com/

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Schreibman & Damen

Kaum hatte ich die ersten Seiten des siebenbändigen Jahrhundertwerks hinter mich gebracht, da stiess ich auf eine Stelle, die mich innerlich "Oh mein Gott, nein!" ausrufen liess. Das durfte doch wohl nicht wahr sein! Es handelt sich um folgende Stelle.

Lieber Maarten, nach dem offiziellen Brief, den ich dir schrieb, möchte ich dir etwas weniger formell in kurzen Worten sagen, das es für mich eine sehr angenehme Vorstellung ist, das du deinen 31. Geburtstag in unserem Büro feiern wirst.
Voskuil, J.J.. Direktor Beerta: Das Büro 1 (German Edition) (Kindle-Positionen212-214). Verbrecher Verlag. Kindle-Version.

Wie gross war dann meine Freude darob, dass sich meine Befürchtung als unbegründet erwiesen hatte. Ich war insbesondere deswegen so froh, weil ich schon einmal einen 500-Seiten-Roman lektoriert habe, dessen Autorin dann in der Geschlossenen gelandet sein soll, wie man mir später antrug. Meine Freude basierte - geübte Leser haben es schon verstanden - auf folgender Stelle.

"Er scheint den Unterschied zwischen dass und das nicht zu kennen", sagte Nicolien verwundert, als sie den Brief gelesen hatte. "Das hätte ich nicht von Herrn Beerta erwartet." Maarten wunderte es ebenfalls, aber er fand es menschlich. Es verriet eine Nonchalance, die seinen Eindruck, dass es zwei Beertas gäbe, noch verstärkte.
Voskuil, J.J.. Direktor Beerta: Das Büro 1 (German Edition) (Kindle-Positionen214-221). Verbrecher Verlag. Kindle-Version.

Schreibtisch
Schreibman mit Alexa

Die Dame, von der ich sprach, hatte nämlich ihren Roman schon drucken lassen, bevor er nach zahlreichen Hinweisen von Leserinnen und Lesern in meinen Händen landete. Zwecks Korrektur. Sie hatte nicht nur rund 700 mal dass und das verwechselt, sondern auch sonst zahlreiche Anlässe gegeben, das Werk letztlich einzustampfen.

Ich hatte den Job nur über einen Mittelsmann erhalten, so dass ich mich mit der Amateurautorin nicht persönlich besprechen, noch ihr eventuell einige Tipps geben konnte.

Ich kann nur hoffen, dass sie inzwischen wieder auf freiem Fuss ist und nun einer vernünftigen Beschäftigung nachgeht.

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Highlights und Rituale

Das war mal wieder ein ganz interessanter Tag heute. Er war nicht wie andere Tage, obwohl es gewisse Rituale, Konstanten und Höhepunkte gab, die sich in regelmässigen oder unregelmässigen Abständen wiederholen.

Meine Frau hatte Frühschicht, so dass ich zwischen acht und neun allein aufwachte und Kaffee trank. Nach dem Checken von Mails, Spiegel Online und WordPress machte ich mich gegen 11.30 Uhr auf den Weg zur Migros in der Schweiz, in der ich etwa einmal pro Woche einige Dinge kaufe, die es hier nicht so gibt.

Unter den verschiedenen Gedanken, die mir beim Autofahren immer durch den Kopf gehen, war diesmal unter anderen der, dass ich beschloss, meine Wunschliste bei Amazon zu löschen. Sie enthielt ungefähr 30 verschiedene Artikel, hauptsächlich Bücher, die ich im Lauf der Zeit da notiert hatte, um sie vielleicht irgendwann mal zu bestellen.

Wieder daheim, habe ich diese Liste dann komplett gelöscht. Man könnte also sagen, dass ich jetzt wunschlos glücklich bin, das wäre so eine naheliegende Redewendung.

Dann lud ich die Spülmaschine, räumte ein bisschen auf und saugte hier und da, keine grosse Arbeit. Meine beiden Dyson-Staubsauger haben je eine Arbeitszeit von etwa 10 Minuten, dann muss man sie erst mal wieder stundenlang aufladen. Das ist eigentlich ziemlich praktisch.

Mein Schatz kam dann mit zwei Stück Quiche nach Hause, eine Gemüse-Quiche für sie und eine Quiche Lorraine für mich.

Wir sprachen ein bisschen über dies und das, bevor ich dann zum Telefon griff, um einen weiteren Beschluss in die Tat umzusetzen, den ich ebenfalls am Vormittag im Auto gefasst hatte. Ich rief den Friseursalon in Frankreich an und vereinbarte einen Termin für morgen 16.30 Uhr mit Alexia.

Da mein Schatz sich dann hinlegen wollte, wie sie es meistens am ersten Frühschicht-Tag macht, und das Wetter zwar kalt, aber sonnig und schön war, zog es mich wieder ins Freie.

Ich machte eine kleine Tour zur Aral Tankstelle, wo ich immer das teure Ultimate 102 tanke, mit dem man tatsächlich mehr Kilometer macht, wie mir auch andere schon bestätigt haben. Ob es auch den "Motor reinigt", weiss ich natürlich nicht, ich kann ja nicht reinkucken.

Es war zwischen 16.00 Uhr und 16.30 Uhr, als ich im Autoradio die Büchersendung vom Deutschlandfunk hörte, die oft ein kleines Highlight in meinem Tagesablauf ist.

Het Bureau

Es war die Rede vom siebenbändigen 5.000-Seiten-Roman "Het Bureau" von J.J. Voskuil ("Das Büro" in der Übersetzung von Gerd Busse, erschienen im Verbrecher Verlag). Naja, ich hab erst mal Band 1 bestellt, man weiss ja nie, wieviel Zeit einem noch bleibt.

Unsere Flusskreuzfahrt im Mai haben wir inzwischen fest gebucht und freuen uns schon sehr darauf. Sie ist unser vorläufiges Nah- und Fernziel. Die Dame in der Schweiz nennt sowas einen "Aufsteller".

Dieses Wochenende gehen wir erst mal wieder getrennte Wege und einige näherliegene Aufsteller gibt es ebenfalls noch. Für mich und heute gehört dazu die kommende Nacht. Werde die einzunehmende Fenchelteemenge in der Hoffnung verdoppeln, schneller und besser einzuschlafen und noch angenehmere Träume zu haben.

Und da befällt mich doch prompt ein Ohrwurm. Kreuzberger Nächte sind lang! Erst fangse ganz langsam an, aber dann, aber dann!

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