Samstag, 11. August 2018
Breisach - Schock Schock Schock
Seit Monaten bin ich auf dem Weg zur Rheinbrücke nach Frankreich immer wieder an ihnen vorbeigefahren. An den Schildern "Umleitung" und "Baustelle Stadtzentrum" und an Breisach selber.

Heute wollte ich mal genauer wissen, was da los ist. Wie kann eine so schöne und tourismusabhängige Stadt am Rhein so lange ihre potentiellen Besucher von sich fernhalten und umleiten, ohne Schaden zu nehmen?

http://www.badische-zeitung.de/breisacher-geschaeftsleute-bangen-wegen-grossbaustelle-um-ihre-existenz

Ich fuhr zum Café Ihringer am Marktplatz und bestellte mir erst mal einen Zwetschgendatschi mit Sahne, um mich dann ein bisschen mit der Bediendame zu unterhalten.

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Datschi mit Baustellenblick

- Ich bin noch ganz geschockt, das ist ja eine Riesen-Grossbaustelle hier.
- Ach, sagen Sie bloss nichts. Das dauert jetzt schon seit vorigem Jahr und soll auch erst Ende nächsten Jahres fertig sein.
- Ja, was soll das denn werden? Auto- und fussgängerfreie Zone?


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Marktplatz im Stadtzentrum jetzt schon auto- und fussgängerfrei

- Naja nicht ganz autofrei, ein paar Parkplätze wird es sicher immer noch geben, für den Bürgermeister und so weiter.
- Da bleibt einem ja der Zwetschgendatschi im Hals stecken. Ist das wahr?
- Da drüben das Café Bechtel war jetzt zwei Monate lang geschlossen, mitten in der Saison.


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Nach Wiedereröffnung nur noch 1 Jahr Baustelle vorm Haus
http://www.badische-zeitung.de/neugestaltung-der-breisacher-innenstadt-kommt-gut-voran

- Da werden sicher noch andere Geschäfte Umsatzeinbussen oder Pleite machen, wenn die Leute nicht mehr mit dem Auto in die Stadt können.
- Das kann schon sein, dass noch einige auf der Strecke bleiben.


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Sonntag, 24. Juni 2018
Gefährliches Pflaster
Ausgewählte Einträge auf https://schreibmanskultbuchauswahl.blogger.de/

Seit einiger Zeit Depuis quelque temps denke ich darüber nach, je réfléchis à ce que welches wohl mein nächstes Auto sein könnte pourrait être ma prochaine voiture. Der Tacho meines PT Cruiser Le compteur de vitesse de mon PT Cruiser steht auf 192.000 (hundertzweiundneunzigtausend) est de 192.000 (cent quatre-vingt-douze mille). Mein Chrysler-Händler meinte, Mon concessionnaire Chrysler m'a dit es sollte in jedem Fall ein Automatik sein qu'elle devrait être automatique dans tous les cas. Das war wohl eine Anspielung auf mein Alter. Je suppose que c'était une allusion à mon âge. Sehr sympathisch. Très sympathique. Immerhin fahre ich seit 7 (sieben) Jahren unfallfrei mit demselben Auto, Après tout, je conduis la même voiture depuis sept ans sans accident circa 25.000 (fünfundzwanzigtausend) km pro Jahr soit environ 25.000 (vingt-cinq mille) km par an.

Chrysler PT Cruiser

Beim Blick auf die heutige Presse En regardant la presse d'aujourd'hui stiess ich zunächst auf eine Regionalzeitung, je suis d'abord tombé sur un journal régional auf deren Titelseite ein Bericht über "Die gefährlichsten Strassen des Elsass" angekündigt wird dont à la une un reportage est annoncé sur "Les routes les plus dangereuses d'Alsace".

Alsace

Ich wusste gar nicht, in welche Gefahr ich mich so oft begebe. Je ne savais pas dans quel danger je me mettais si souvent. Vielleicht sollte ich tatsächlich einen Automatik ins Auge fassen? Peut-être que je devrais vraiment envisager une automatique?

Monde

Eine andere gefährliche Destination Une autre destination dangereuse scheint mir das Land zu sein, me semble être le pays où se déroulent des élections ce week-end in dem an diesem Wochenende gewählt wird. Mit oder ohne Automatik. Avec ou sans automatique.

Taz

Nicht ganz dicht? Pas assez raisonnée? Da ist wohl von Seehofer die Rede. Je crois qu'ils parlent de Seehofer. Ach nein, von den Grenzen. Ah non, des frontières. Auf jeden Fall ein gefährliches Terrain. Dans tous les cas, terrain dangereux. Mit oder ohne. Avec ou sans.

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Donnerstag, 24. Mai 2018
Spiesser oder nicht, das ist hier die Frage
Hallo allerseits!

Neulich musste ich für eine Nachbarin ein Dokument im Krankenhaus abholen. Der Parkplatz war proppenvoll. Ah nein, zwei Plätze waren noch frei. Genauer gesagt, auf jedem stand nur ein halbes Auto. Das haben wir gerne! Ein einziges Auto blockiert rittlings auf der Trennlinie stehend zwei Parkplätze.

Man kennt das ja, sieht es leider ziemlich oft. Und jedes Mal denkt man automatisch - jedenfalls geht es mir so - dass man irgendwas gegen solche Leute tun sollte.

Von den französischen Autos, die hier beim Edeka manchmal alle fünf Behinderten-Parkplätze blockieren, will ich gar nicht erst reden. Ich selber brauche ja keinen, kann mir aber auch nicht vorstellen, dass so viele Franzosen behindert sein sollen. Und ein Sprachproblem kann es ja wohl auch nicht sein.

Jetzt sah ich mehr oder weniger zufällig bei einem großen Online-Anbieter, wo es ja so gut wie alles und somit auch für jedes Problem eine Lösung gibt, einen Block mit vorgefertigten Haftzetteln. Die kann man dann bei der nächsten Gelegenheit der jeweiligen Dumpfbacke unter den Wischer klemmen.

SCHEISSE GEPARKT

Jetzt aber meine Frage. Bin ich ein Spiesser geworden? Ich habe noch kein Kissen auf der Fensterbank liegen, auf das ich mich auflehnen könnte, um den Strassenverkehr vor dem Haus zu beobachten. Da ist nämlich keiner.

Trotzdem frage ich mich, hätte ich sowas vor 20, 30 oder 40 Jahren auch schon gemacht? Solche schulmeisterlichen Zettel verteilen? Oder gab es diese Probleme - und solche Zettelblocks - früher noch gar nicht?


Grübelnd einen schönen Tag wünscht allen seinen Leserinnen und Lesern

Der Schreibman

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Mittwoch, 28. März 2018
Chécrets

Also bei mir ist das so. Manchmal finde ich einfach keinen ersten Satz. Weil ich gar nichts bestimmtes zu sagen habe.

Naja, jetzt bin ich ja schon beim dritten, damit müsste es dann eigentlich laufen.

Der erste Satz war übrigens ein Vorschlag meiner Frau, als ich ihr sagte, dass ich auf der Suche bin.

Okay, ich wollte über einen Roman schreiben, der in Frankreich spielt, und dann fiel mir Wuppertal ein.

Uli und die Schwebebahn
Schwester Uli und die Schwebebahn

Als wir in Wuppertal lebten, nannten wir die dortige Tageszeitung immer das "Schwebebahn-Journal". Weil jeden Tag irgendeine - und sei es auch noch so kleine - Meldung über die Schwebebahn drin stand.

Und jetzt habe ich einen Roman einer Schweizer Autorin angefangen, der in einer bestimmten Region spielt.

baumann

Statt einer Schwebebahn gibt's dort die Kathedrale von Lisieux, Caen, weisse Kühe, Apfelbäume, die Apfelblüte im April, Apfelkuchen, flambiert mit Calvados, Cidre und ... die berühmten Strände der Normandie! Da, wo damals die Alliierten gelandet sind.

invasion

Was Margot S. Baumann an zwei Stellen ihres Werks unreflektiert und political incorrect als "Invasion" bezeichnet.

Im Licht der Normandie

Der Roman ist eine Mischung aus Liebes- und Kriminalroman, eigentlich ein besserer Groschenroman. ("Er sog scharf die Luft ein, riss sie dann ungestüm an sich und gemeinsam fielen sie aufs Bett. Sein Körper glühte, als würde er in Flammen stehen" usw.) Deswegen werde ich ihn auch nicht zu Ende lesen. Er langweilt mich einfach.

Charolais Rind
Charolais-Rind, fotografiert 2014 von Lilli

Lilli

Interessiert und neugierig gemacht hatte mich der Satz "Un chécret r'à pège teullement qu'à la fin no peut pus l'portaer". Kein "richtiges" Französisch, ich tippte auf Dialekt, Patois, Alt-Französisch. Frau Baumann übersetzt ihn so leichthin und ohne genauere Erklärung mit "Nichts wiegt so schwer wie ein Geheimnis."

Auf Neu-Französisch würde der Satz wohl lauten: "Un sécret pèse tellement qu'à la fin on ne peut plus le porter" - Ein Geheimnis wiegt so lange immer schwerer, bis man es schliesslich nicht mehr (er)tragen kann.

CREPERIE MONTOISE
In der Crêperie (2008)

Ich habe "Im Licht der Normandie" von Amazon Prime geschenkt beziehungsweise kostenlos geliehen bekommen. Das wird mich jedoch nicht veranlassen, mich bis zum Ende des Apfelkuchens durchzufressen.

Ich möchte endlich mal wieder ein gutes Buch lesen! Und einen guten Text schreiben.

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Samstag, 24. Februar 2018
Da sieht man's wieder

Als ich ein 13-jähriger Quartaner (7. Schuljahr) in Wiesbaden war, hatten wir einen Erdkundelehrer, den wir Schmeri nannten. Sein richtiger Name war wohl Schmidt-Ehry oder so ähnlich. Ihm kam es vor allem darauf an, dass während des Unterrichts Ruhe herrschte. Deswegen liess er uns gerne aus dem Seydlitz vorlesen. Wir waren so gut drauf und schwer zu bändigen, dass wir auch schon mal einen Mathelehrer zum Weinen gebracht hatten.

Beim Schmeri konnten wir uns oft vor Lachen kaum halten. Da wurde dann vom jeweils vorlesenden Schüler viel Phantasie investiert. Aus "Die Ureinwohner Afrikas benutzten Pfeile und Speere, um Elefanten zu jagen" wurde dann zum Beispiel "um Ameisen zu jagen". Es kam nur darauf an, so ernsthaft vorzulesen, dass der gute Schmeri gar nicht richtig hinhörte. Er ging immer nur durch die Klasse auf und ab. Hauptsache es herrschte Ruhe.

freu

Heute Morgen haben wir ein paar Fotos von Fessenheim gemacht. Ich war Anfang der Woche schon einmal dort vorbeigefahren und traute mich kaum anzuhalten. Es war nämlich in der ganzen Umgebung alles voller Autos von kommunistischen Gewerkschaftlern, Einwohnern und Arbeitern aus Fessenheim und Umgebung und von arbeitslosen Politikern, die sich dort zum Streik versammelt hatten. Einer der beiden Blöcke ist schon seit einigen Jahren ganz abgeschaltet, der andere läuft nur auf halben Touren. Bis Ende des Jahres soll das Kraftwerk ganz geschlossen werden, wogegen sich viele Fessenheimer wehren, weil halt eine ganze Menge Arbeitsplätze verloren geht.

fess
Sauberen Strom produzieren ist unser Beruf, Sicherheit unsere Pflicht.

Fessenheim ist das älteste französische Atomkraftwerk. Es wurde 1877 gebaut und ist seither immer wieder Gegenstand von Kampagnen für die Schliessung. "Stoppt Fessenheim - Nein danke!" steht auf vielen Autoaufklebern.

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Das Kernkraftwerk Fessenheim ist sicher, es soll bestehen bleiben!

So, und jetzt mal ganz ehrlich. Wie viel Fehler hast du bemerkt oder überlesen? Als 1) "arbeitslose Politiker" ist genauso Quatsch wie 2) Baujahr 1877. Da gab es noch keine Atomkraftwerke. Es muss 1977 heißen. Und 3) steht auf den Aufklebern entweder "Stoppt Fessenheim" oder "Atomkraft nein danke", aber nicht beides.

Ich bin ja eigentlich immer dafür, Texte langsam und gründlich zu lesen. Ich kann es überhaupt nicht verstehen, dass es Leute gibt, die sich darin üben, möglichst schnell alles zu überfliegen, um dabei angeblich auch noch das wichtigste zu erfassen. Ich finde, man muss jeden Satz Wort für Wort lesen. Wenn das zu langweilig ist, dann ist der Text eben nicht gut.

Ganz anders verhält es sich mit einem Bild, das ich erst heute richtig lesen konnte. Ich habe es schon seit Wochen oder Monaten auf meinem Computer gespeichert, immer in der Hoffnung, dass ich eines Tages erkenne, was darauf zu sehen ist. Man kann nämlich so nah hinschauen wie man will - man erkennt es nur, wenn man einmal ganz anders auf das Bild blickt. Und das ist mir heute passiert. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Seit heute Morgen weiss ich, was auf dem Bild zu sehen ist. Ganz eindeutig.

Diejenigen meiner geschätzten Leser, die das Bild schon kennen, oder auf Anhieb sehen, was es da zu sehen gibt, mögen bitte ein kurzes "Ich weiss es!" in die Kommentarspalte schreiben, um anderen den Spass nicht zu verderben. Ich bin ja mal gespannt, wer den richtigen Blick hat. Und sich dann darüber freut, dass er oder sie etwas gesehen hat, was andere vielleicht noch nicht sehen.

480Was ist das denn

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