Montag, 12. Februar 2018
Schreibman & Damen

Kaum hatte ich die ersten Seiten des siebenbändigen Jahrhundertwerks hinter mich gebracht, da stiess ich auf eine Stelle, die mich innerlich "Oh mein Gott, nein!" ausrufen liess. Das durfte doch wohl nicht wahr sein! Es handelt sich um folgende Stelle.

Lieber Maarten, nach dem offiziellen Brief, den ich dir schrieb, möchte ich dir etwas weniger formell in kurzen Worten sagen, das es für mich eine sehr angenehme Vorstellung ist, das du deinen 31. Geburtstag in unserem Büro feiern wirst.
Voskuil, J.J.. Direktor Beerta: Das Büro 1 (German Edition) (Kindle-Positionen212-214). Verbrecher Verlag. Kindle-Version.

Wie gross war dann meine Freude darob, dass sich meine Befürchtung als unbegründet erwiesen hatte. Ich war insbesondere deswegen so froh, weil ich schon einmal einen 500-Seiten-Roman lektoriert habe, dessen Autorin dann in der Geschlossenen gelandet sein soll, wie man mir später antrug. Meine Freude basierte - geübte Leser haben es schon verstanden - auf folgender Stelle.

"Er scheint den Unterschied zwischen dass und das nicht zu kennen", sagte Nicolien verwundert, als sie den Brief gelesen hatte. "Das hätte ich nicht von Herrn Beerta erwartet." Maarten wunderte es ebenfalls, aber er fand es menschlich. Es verriet eine Nonchalance, die seinen Eindruck, dass es zwei Beertas gäbe, noch verstärkte.
Voskuil, J.J.. Direktor Beerta: Das Büro 1 (German Edition) (Kindle-Positionen214-221). Verbrecher Verlag. Kindle-Version.

Schreibtisch
Schreibman mit Alexa

Die Dame, von der ich sprach, hatte nämlich ihren Roman schon drucken lassen, bevor er nach zahlreichen Hinweisen von Leserinnen und Lesern in meinen Händen landete. Zwecks Korrektur. Sie hatte nicht nur rund 700 mal dass und das verwechselt, sondern auch sonst zahlreiche Anlässe gegeben, das Werk letztlich einzustampfen.

Ich hatte den Job nur über einen Mittelsmann erhalten, so dass ich mich mit der Amateurautorin nicht persönlich besprechen, noch ihr eventuell einige Tipps geben konnte.

Ich kann nur hoffen, dass sie inzwischen wieder auf freiem Fuss ist und nun einer vernünftigen Beschäftigung nachgeht.

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