Dienstag, 11. Februar 2020
Orte
Samstagabend im "Markushof" in Bad Bellingen hörte ich mit halbem Ohr, wie am Nachbartisch über Hausach und meine Mutterstadt Wolfach im Kinzigtal gesprochen wurde. Beides sind mir wohlvertraute Städtle, in denen ich schon Hunderte von Malen war.

Kurz vorher hatte ich einen Eintrag in einem französischen Blog mit schönen Fotos gelesen. Er handelte von den empfindlichen Mimosen in der Provence.

Ich schrieb in einem Kommentar dazu, dass ich Mimosen aus der Wolfacher Fasnet kenne. Meine Mutterstadt hat nämlich eine Städtepartnerschaft mit Cavalaire am Mittelmeer, in Südfrankreich, wo es auch eine(n) "Place de Wolfach" gibt, über die ich schon mal gefahren bin. Und aus diesem Ort kommt alljährlich eine Abordnung in den Schwarzwald, um beim Wolfacher Fastnachtsumzug Mimosen zu verteilen.

Am nächsten Tag sah ich in der DSDS-Bohlen-Show, dass einige Castings auf dem Drachenfels stattfanden und andere bei Füssen, am Forggensee. Auf dem berühmten Berg im Siebengebirge war ich schon als Kind per Esel und später als Vater mit Kindern mit der grünen Bahn. Und in Füssen, am See und beim Festspielhaus, waren wir erst vor wenigen Monaten.

Am Montag hatte in der Sendung "Achtung Kontrolle" eine Frau eine Panne in Viersen. In Viersen war meine erste Freundin immer zum Reiten gewesen. Sie wohnte in der Viersener Strasse in MG. Und wohin sollte der ADAC Abschleppdienst das Auto bringen? Nach Mönchengladbach, in die Theodor-Heuss-Allee, gegenüber vom Polizeipräsidium. Nur wenige hundert Meter von hatte ich ein paar Jahre in der Richard-Wagner-Strasse gewohnt.

Kurz darauf sahen wir die Sendung "Wer wird Millionär?" mit Günther Jauch. Ein Kandidat scheiterte an der Frage, welches Stadtbild seit einigen Jahren von drei "Kranhäusern" mitbestimmt wird. Auch in der Nähe von diesen habe ich mehrere Jahre lang gewohnt und den Weg von der Volksgartenstrasse über den Chlodwigplatz bis zu der Stelle am Hafen, wo damals diese Häuser noch gar nicht standen, öfters mit nem Roller zurückgelegt. Das war noch ein richtiger Kinderroller, ohne Motor und ohne E-, vor 55 Jahren halt.

Der Kandidat meinte, die Kranhäuser stünden in Hamburg. Da haben wir vor zwei Jahren noch eine Hafenrundfahrt gemacht, Mann! Die Kranhäuser stehen in Köln, in Kölle am Ring!

Der Mann aus dem Publikum, der die Fussballfrage richtig beantwortete, kam aus Gerolstein in der Eifel. Da fuhren wir oft am Wochenende hin, als wir in Köln wohnten. Hundert Kilometer.

Meine Physiotherapeutin kommt ja aus Lübeck. Von da aus hatte ich mit meiner Frau und den Schwiegerdamen vor anderthalb Jahren den Ausflug zum Hamburger Hafen gemacht. Wir sprachen dann gestern anlässlich des Orkans Sabine kurz über Reporter, die sich mit Mikrofon ans Meeresufer stellten und von brausenden Wellen und starken Winden faselten. "Das ist bei uns da oben immer so", meinte meine geschätzte Frau Physio lachend.

Auf Spiegel Online gab es auch ein kurzes Video, ebenfalls von brausenden Wellen und stürmendem Sturm, in Wimereux an der Atlantikküste. "Kennen wir", dachte ich wieder. Jahrelang waren wir jeden Sommer an der Côte d'Opale, von der aus man bei schönem Wetter mit blossem Auge die englischen Kreidefelsen sieht. Bei Calais, Wissant, Cap Blanc Nez, Cap Gris Nez, Tardinghen, Audresselles oder Boulogne-sur-Mer ist das Klima fast immer ein bisschen rauer als bei uns hier im Süden.

Vor kurzem las ich auch einen Eintrag über das Dreiländereck, in dem ich seit einigen Jahren wohne. Die Bloggerin Maria und ihren Mann traf ich vor noch nicht allzu langer Zeit auf einen Kaffee. Im Café Kurhaus, Bad Bellingen.

Viele bekannte Orte in so kurzer Zeit. Das nennt man wohl Zeitreisen daheim.

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