Montag, 26. Februar 2018
Vorischt, Frau mit kleinen Möpsen

Früher habe ich lange Krimis nur so verschlungen. Heute reicht es mir kaum noch für kurze. Nee, also ehrlich, das ist eigentlich kaum zu rechtfertigen. Dass einem Kurzkrimis schon zu lang sind.

Können wir nur noch Häppchen, kleine Informationsbrocken und Anekdoten lesen?

Es gibt einen Blog, der "Kurzkrimis ev" heisst

https://cristinafabry.blogger.de/

und wo ich immer mal wieder vorbeischaue. Mindestens einmal habe ich auch einen dieser kurzen Krimis gelesen. Und mit der Betreiberin, Cristina Fabry, einer richtigen Krimi-Autorin, tausche ich manchmal Grüsse in der Kommentarspalte aus. Ich darf sie auch zu einer meiner treuen Leserinnen zählen.

Vielleicht sollte sie ihren Blog auch ein bisschen lesefreundlicher gestalten, auflockern, also zum Beispiel durch Einfügen von grafischen Elementen.

Vorischt

Zu solcher Auflockerung eignet sich eigentlich alles mögliche, von Fotos und Zeichnungen über Bilder aller Art, bis hin zu Zeitungsausrissen. Der Wahl der Themen sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

Kleine Möpse

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Samstag, 24. Februar 2018
Da sieht man's wieder

Als ich ein 13-jähriger Quartaner (7. Schuljahr) in Wiesbaden war, hatten wir einen Erdkundelehrer, den wir Schmeri nannten. Sein richtiger Name war wohl Schmidt-Ehry oder so ähnlich. Ihm kam es vor allem darauf an, dass während des Unterrichts Ruhe herrschte. Deswegen liess er uns gerne aus dem Seydlitz vorlesen. Wir waren so gut drauf und schwer zu bändigen, dass wir auch schon mal einen Mathelehrer zum Weinen gebracht hatten.

Beim Schmeri konnten wir uns oft vor Lachen kaum halten. Da wurde dann vom jeweils vorlesenden Schüler viel Phantasie investiert. Aus "Die Ureinwohner Afrikas benutzten Pfeile und Speere, um Elefanten zu jagen" wurde dann zum Beispiel "um Ameisen zu jagen". Es kam nur darauf an, so ernsthaft vorzulesen, dass der gute Schmeri gar nicht richtig hinhörte. Er ging immer nur durch die Klasse auf und ab. Hauptsache es herrschte Ruhe.

freu

Heute Morgen haben wir ein paar Fotos von Fessenheim gemacht. Ich war Anfang der Woche schon einmal dort vorbeigefahren und traute mich kaum anzuhalten. Es war nämlich in der ganzen Umgebung alles voller Autos von kommunistischen Gewerkschaftlern, Einwohnern und Arbeitern aus Fessenheim und Umgebung und von arbeitslosen Politikern, die sich dort zum Streik versammelt hatten. Einer der beiden Blöcke ist schon seit einigen Jahren ganz abgeschaltet, der andere läuft nur auf halben Touren. Bis Ende des Jahres soll das Kraftwerk ganz geschlossen werden, wogegen sich viele Fessenheimer wehren, weil halt eine ganze Menge Arbeitsplätze verloren geht.

fess
Sauberen Strom produzieren ist unser Beruf, Sicherheit unsere Pflicht.

Fessenheim ist das älteste französische Atomkraftwerk. Es wurde 1877 gebaut und ist seither immer wieder Gegenstand von Kampagnen für die Schliessung. "Stoppt Fessenheim - Nein danke!" steht auf vielen Autoaufklebern.

dure
Das Kernkraftwerk Fessenheim ist sicher, es soll bestehen bleiben!

So, und jetzt mal ganz ehrlich. Wie viel Fehler hast du bemerkt oder überlesen? Als 1) "arbeitslose Politiker" ist genauso Quatsch wie 2) Baujahr 1877. Da gab es noch keine Atomkraftwerke. Es muss 1977 heißen. Und 3) steht auf den Aufklebern entweder "Stoppt Fessenheim" oder "Atomkraft nein danke", aber nicht beides.

Ich bin ja eigentlich immer dafür, Texte langsam und gründlich zu lesen. Ich kann es überhaupt nicht verstehen, dass es Leute gibt, die sich darin üben, möglichst schnell alles zu überfliegen, um dabei angeblich auch noch das wichtigste zu erfassen. Ich finde, man muss jeden Satz Wort für Wort lesen. Wenn das zu langweilig ist, dann ist der Text eben nicht gut.

Ganz anders verhält es sich mit einem Bild, das ich erst heute richtig lesen konnte. Ich habe es schon seit Wochen oder Monaten auf meinem Computer gespeichert, immer in der Hoffnung, dass ich eines Tages erkenne, was darauf zu sehen ist. Man kann nämlich so nah hinschauen wie man will - man erkennt es nur, wenn man einmal ganz anders auf das Bild blickt. Und das ist mir heute passiert. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Seit heute Morgen weiss ich, was auf dem Bild zu sehen ist. Ganz eindeutig.

Diejenigen meiner geschätzten Leser, die das Bild schon kennen, oder auf Anhieb sehen, was es da zu sehen gibt, mögen bitte ein kurzes "Ich weiss es!" in die Kommentarspalte schreiben, um anderen den Spass nicht zu verderben. Ich bin ja mal gespannt, wer den richtigen Blick hat. Und sich dann darüber freut, dass er oder sie etwas gesehen hat, was andere vielleicht noch nicht sehen.

480Was ist das denn

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Sonntag, 18. Februar 2018
Lazy Sunday

Bates Motel

Tja, so einen Parkplatz wie Norma Bates hätte ich wohl auch ganz gerne. Auch das Auto finde ich nicht schlecht. Mir hat überhaupt die ganze Serie Bates Motel sehr gut gefallen, in jeder Hinsicht.

Bates Motel

Die ersten vier Staffeln, also 40 Folgen, habe ich mir grösstenteils in schlaflosen Nächten auf Netflix reingezogen. Die fünfte Staffel will ich mir dann demnächst noch bei Amazon leisten.

Sonntagmorgen aus dem Fenster geschaut

Als ich heute Morgen aus dem Fenster schaute, sah ich auf meinem Auto nur noch einen kleinen Schneefleck auf dem Dach. Es hatte gestern Abend und in der vergangenen Nacht bissle geschneit. Ich hab zwar eine Garage hinterm Haus, aber vor dem Haus bessere Aussicht.

Das Wetter war ja nicht sehr einladend heute, und so verbrachten wir den Sonntag daheim.

Zum Mittagessen gab es Chili con carne. Danach legte Lilli sich ein bisschen hin und ich chattete mit zwei Bloggerkollegen.

Ich begann dann, mir den Film Kästner und der kleine Dienstag anzusehen, den ich vor einiger Zeit mal aufgezeichnet hatte. Er hat mich gleich von Anfang an fasziniert, nicht nur weil es um Erich Kästner ging und weil in dem Film aus dem Berlin der Dreissigerjahre so schöne Oldtimer zu sehen sind, sondern überhaupt, wegen Emil und die Detektive und so. Ich musste sofort paar Screenshots machen.

Bei Katharina Lorenz gibt's die Süssspeise "Errötendes Mädchen"
Bei Katharina Lorenz gibt's die Süssspeise "Errötendes Mädchen"

Die Geschichten liegen auf der Strasse, meint Erich Kästner
"Die Geschichten liegen auf der Strasse", meint Erich Kästner.

Nach dem sonntäglichen Kaffee und Kuchen schauten wir uns dann gemeinsam alte Folgen von "Achtung Kontrolle" an. Leider nicke ich dabei manchmal ganz kurz ein. Aber wirklich immer nur ganz kurz.

tvschlaf2

Den Tatort, der ein festes Ritual bei uns ist, sahen wir dann wieder von getrennten Plätzen aus auf dem großen Fernseher. Ich sass am Schreibtisch und hatte ständig eine gute Aussicht. Entweder auf den Krimi oder auf meine Frau.

lilli

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Donnerstag, 15. Februar 2018
Krea-Tief

Krea-tief

Heute Nachmittag fuhr ich in Weil am Rhein an einem Laden vorbei, von dem ich auf die Schnelle nicht erkennen konnte, ob das nun ein Restaurant oder ein Friseurgeschäft ist. Normalerweise erkennt man letztere ja oft an den originellen, sozusagen "haarsträubenden" Namen, die sie sich geben.

Crea'tif Coiffure

Das geht von Haarmonie oder Haarspalterei über CHaarisma und AtmosfHair bis zu VorHair und NachHair. Ganze Internetseiten beschäftigen sich damit.

https://www.buzzfeed.com/nscholz/friseurnamen?

Genauere Recherchen meinerseits ergaben nun aber, dass es sich hier tatsächlich um ein Restaurant handelt. Dürfen die sich überhaupt so nennen? Créa'tif war mir bisher nur als eine Art Markenzeichen zahlreicher Friseurgeschäfte in Frankreich bekannt.

CREA-TIF

Das französische Wortspiel steht mit der ersten Hälfte natürlich für Kreativität und mit der zweiten für einen umgangssprachlichen Ausdruck für Haare.

Creatif

Les tifs sind die Haare oder der Schopf. Ein Coupe-tif ist im Volksmund ein Fransenschneider.

Restotif

Nicht dass sich mal jemand in den falschen Laden verirrt und womöglich nach Tischen und Speisekarten sucht, wo es keine gibt. Und dann schnell die Flucht ergreift, bevor es ihm an die Mähne geht.

KOMMHAIR

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Montag, 12. Februar 2018
Dies und das

Und dann beschäftigte mich eine Frage so sehr, dass ich mal wieder nicht einschlafen konnte. Ich wälzte mich hin und her, um nicht zu sagen "ging im Bett auf und ab", bis ich mich entschloss, auch die niederländische Originalversion von "Het Bureau" als Kindle-Version herunterzuladen.

Ich wollte nämlich unbedingt wissen, wie die Passage, in der vom Unterschied zwischen das und dass die Rede ist, im niederländischen Originaltext lautet. Denn "dat en dat" konnte es ja nicht sein.

Sie lautete: "dat ik het een heel prettig denkbeeld vindt, dat je je 31ste verjaardag op ons Bureau zult vieren." ("das es für mich eine sehr angenehme Vorstellung ist, das du deinen 31. Geburtstag in unserem Büro feiern wirst.")

Der Übersetzer musste also das tun, was ein guter Übersetzer tun muss. Er musste etwas anderes (er)finden. Er musste eine andere "Problematik" finden, die nicht übersetzbare Stelle hinter sich lassen und eine neue erschaffen.

Tatsächlich hieß es im Original, dass der meneer Beerta etwas findet ("vindt"). Anscheinend passiert es vielen Niederländern, dass sie "vind" fälschlicherweise mit dt am Ende schreiben. ""Hij schrijft vindt met dee-tee," zei Nicolien..." (Er schreibt vindt mit de-te" sagte Nicolien...)

Und so erfand der Übersetzer Gerd Busse die Geschichte mit dem Unterschied zwischen das und dass.

Man meint ja oft, dass ein Übersetzer möglichst mehrere Fremdsprachen perfekt beherrschen muss, um gute Arbeit leisten zu können. Dabei sind die Fremdsprachen eigentlich zweitrangig, denn man kann ja jedes Wort im Wörterbuch nachsehen.

Natürlich ist es von Vorteil, wenn man nicht zu oft zum Lexikon greifen muss, weil man sonst nicht vorankommt. Man wird ja nach Zeilen und nicht nach Stunden bezahlt.

Das wichtigste für den Übersetzer ist, dass er seine Muttersprache, in die er immer übersetzen sollte, so gut beherrscht, dass er druckreifen Text liefern kann. Und er muss stilsicher und kreativ sein, um solche "das und dass"-Probleme elegant zu lösen.

Im Radio hörte ich jetzt öfter von der Eröffnung der Olympischen Spiele berichten, wo mal vom Einlauf und mal vom Einmarsch der Sportler ins Stadion die Rede war. Ich bin mir nicht ganz sicher, welches Wort dafür am besten verwendet wird, und schrieb daher meine diesbezügliche Frage spasseshalber mal in das Plauderei-Forum von "wer-weiss-was".

Ich erhielt mehrere launige und zum größten Teil humoristische Antworten, die ich meiner geschätzten Leserschaft nicht vorenthalten möchte.
http://www.wer-weiss-was.de/t/einlauf-oder-durchmarsch/9427623

Letztere, meine geschätzten Follower und Kultbuchleser/innen, haben sich heute um eine Bloggerin erweitert, die sich ebenfalls gerne mit Fragen der Sprache und des Übersetzens beschäftigt.
https://natescriminalmind.wordpress.com/

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